Im Mai 2024 hat der Bundesrat den Zwischenbericht zur Umsetzung des «Aktionsplans Pflanzenschutzmittel» verabschiedet. Der Bericht unterstreicht die Fortschritte bei der Reduktion der Risiken im Zusammenhang mit Pestiziden, hebt aber auch die immer grösseren Lücken bei den Pflanzenschutzmitteln hervor. So steht der Schutz der Kulturen in der Schweiz vor bedeutenden Herausforderungen: Die Anzahl zugelassener Produkte ist rückläufig, es mangelt an Alternativen und immer häufiger treten neue Schadorganismen auf.

Als Reaktion auf diese Situation hat das BLW in enger Abstimmung mit der Landwirtschaft und den interessierten Kreisen die Strategie für einen nachhaltigen Schutz der Kulturen 2035 ausgearbeitet. Mit dieser Strategie sollen der Schutz der Kulturen verbessert und gleichzeitig die Risiken im Zusammenhang mit Pflanzenschutzmitteln berücksichtigt werden.

Insgesamt sind zehn Schlüsselmassnahmen geplant, darunter:
- Aufbau einer nationalen Plattform für das Monitoring zum Stand der Schutzmöglichkeiten zur Identifikation von Lücken und zur entsprechenden Lösungsfindung
- Schaffung von Kompetenz- und Demonstrationsnetzwerken zur Entwicklung neuer Lösungen sowie für deren Umsetzung in der Praxis
- Förderung robuster Sorten
- Ausbau der klassischen biologischen Schädlingsbekämpfung
- Optimierung der Applikationstechniken und dadurch Reduktion der Risiken beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln
- Vereinfachung des Zulassungsverfahrens von Pflanzenschutzmitteln

Während einige Massnahmen schon ausgearbeitet oder bereits umgesetzt werden, müssen andere erst noch entwickelt werden. Die Massnahmen sind Teil der aktuellen und zukünftigen Agrarpolitik und dienen als Leitlinien für die Stärkung des Pflanzenbaus, die Gewährleistung gesunder Lebensmittel und für den Schutz der natürlichen Ressourcen. Durch ihre Integration in die nächste Agrarpolitik (AP30+) wird die vollständige Umsetzung der Massnahmen ab 2030 sichergestellt.