SWISSCOFEL
SWISSCOFEL
Der Verband des Schweizerischen Früchte-, Gemüse- und Kartoffelhandels
SWISSCOFEL
SWISSCOFEL
Transparenz der Preis- und Marktsituation
SWISSCOFEL
SWISSCOFEL
Interessen seiner Mitglieder einheitlich darzulegen und zu vertreten
SWISSCOFEL
SWISSCOFEL
Transparenz der Preis- und Marktsituation
SWISSCOFEL
SWISSCOFEL
Transparenz der Preis- und Marktsituation
 
 

12.03.2021

Gezielte Importe und weniger Foodwaste reduzieren die Umweltbelastung der Ernährung

(agroscope.admin.ch) - Wie kann die Umweltbelastung unserer Ernährung reduziert werden? Agroscope hat berechnet, dass die Umweltwirkung verbessert werden kann, wenn Nahrungsmittel aus Herkunftsländern importiert werden, in denen die landwirtschaftliche Produktion besonders umweltfreundlich ist. Noch wirksamer ist es, wenn Nahrungsmittelverluste und -abfälle vermieden werden.

Nahrungsmittelimporte haben einen bedeutenden Einfluss auf die Umwelt. Wenn die Schweizer Landwirtschaft bei gleichbleibendem Konsum ihre Produktion senkt und deswegen mehr importiert werden muss, nimmt die Umweltbelastung insgesamt zu. Dies, weil die besseren Umweltwirkungen innerhalb der Schweiz oft zu negativeren in den Herkunftsländern der Importe führen. Das trifft vor allem dann zu, wenn die Voraussetzungen für die Produktion in anderen Ländern ungünstiger sind als in der Schweiz, beispielsweise wegen Wasserknappheit oder Abholzung.

Zwei Massnahmen zur Verbesserung analysiert

Es gibt jedoch Möglichkeiten, um unerwünschte Umweltwirkungen des Schweizer Warenkorbes an landwirtschaftlichen Produkten zu senken. Forschende von Agroscope untersuchten zwei Massnahmen genauer: Erstens die Wahl spezifischer Import-Herkunftsländer, in denen die landwirtschaftliche Produktion besonders umweltfreundlich ist. Zweitens das Vermeiden von Nahrungsmittelverlusten und -abfällen entlang der Wertschöpfungskette bis hin zum Konsum, was zu weniger Importen führt.

Ergänzend zu Literaturrecherchen berechneten die Forschenden anhand von zwei Szenarien, wie stark sich die Umweltwirkungen durch diese beiden Massnahmen ändern. Das erste Szenario schreibt den heutigen Ökologischen Leistungsnachweis ÖLN und das Direktzahlungssystem bis 2025 fort. Das zweite modelliert eine extensivere Schweizer Landwirtschaft mit tieferer Produktion, in der weitgehend auf Pestizide verzichtet wird und die Tierzahlen kleiner sind als heute. In beiden Szenarien wurden die ungünstigsten 25% der Importprodukte durch Alternativen aus anderen Herkunftsländern ersetzt sowie Nahrungsmittelverluste und -abfälle minimiert.

Geografische Gegebenheiten und Gesetze sind wichtig bei Importen

Die Studie bestätigt, dass sich beide Massnahmen positiv auf die Umweltbelastung der Ernährung auswirken. Deren Wirksamkeit ist aber unterschiedlich. Optimierungen bei den Import-Herkunftsländern haben vor allem bei standortabhängigen Umweltwirkungen einen positiven Effekt. Wichtig sind insbesondere geographische Gegebenheiten wie Wasserverfügbarkeit oder wie stark die Artenvielfalt gefährdet ist. Hier lässt sich je nach Szenario die Belastung um 16 bis 27% reduzieren. Bei anderen Umweltwirkungen und vor allem auch bei Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs wirkt diese Massnahme weniger deutlich. Wie umweltfreundlich ein Import-Herkunftsland ist, wird auch über seine Gesetzgebung bestimmt. Diese regelt unter anderem, welche Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden dürfen.

Weniger Foodwaste wirkt immer positiv

Die Vermeidung von Nahrungsmittelverlusten und -abfällen hingegen ist eine Massnahme, die immer positiv wirkt. Sie reduziert die Umweltwirkungen des Schweizer Warenkorbes landwirtschaftlicher Produkte um 11 bis 38%, bei der Abholzung sogar um bis zu 87%, ohne unerwünschte Nebenwirkungen. Weniger Foodwaste bei tierischen Produkten reduziert die Umweltwirkungen stärker als bei pflanzlichen. Das Konsumverhalten hat also ebenfalls einen Einfluss auf die Umweltbelastung unserer Ernährung.

Politik sowie Konsumentinnen und Konsumenten sind gefragt
Die Agroscope-Studie zeigt weiter: Auch wenn die beiden Massnahmen umgesetzt werden, verschlechtert eine extensive Landwirtschaft mit tieferer Produktion im Inland die meisten Umweltwirkungen der Schweizer Ernährung. Und es wird aufgezeigt, dass mögliche Verbesserungen stark von den politischen Rahmenbedingungen und vom Verhalten der Konsumentinnen und Konsumenten abhängen. Foodwaste zu vermeiden beispielsweise, ist entlang der gesamten Wertschöpfungskette möglich: Jede und jeder kann hier einen Beitrag leisten.