SWISSCOFEL
SWISSCOFEL
Transparenz der Preis- und Marktsituation
Vorlage Banner
Vorlage Banner
Beschreibung Banner
Vorlage Banner
Vorlage Banner
Beschreibung Banner
SWISSCOFEL
SWISSCOFEL
Transparenz der Preis- und Marktsituation
SWISSCOFEL
SWISSCOFEL
Der Verband des Schweizerischen Früchte-, Gemüse- und Kartoffelhandels
SWISSCOFEL
SWISSCOFEL
Interessen seiner Mitglieder einheitlich darzulegen und zu vertreten
Vorlage Banner
Vorlage Banner
Beschreibung Banner
 
 

01.10.2020

Um die Lebensmittelabfälle zu verringern, darf das Essen mehr kosten

(ethz.ch) - Wie kann man Lebensmittelabfall verringern? Die Schweizer Bevölkerung kennt dieses Problem, aber sie schätzt falsch ein, wo die meisten Lebensmittelabfälle entstehen. Zu diesem Ergebnis kommen ETH-​Forschende der Politikwissenschaft. Die Bevölkerung befürwortet die Verringerung des Lebensmittelabfalls, auch wenn die Lebensmittel mehr kosten.

Werden Lebensmittel hergestellt, aber nicht konsumiert, dann führt das zu unnötigen CO2-​Emissionen, Land-​ und Wasserverbrauch und langfristig zu einem Verlust von Biodiversität. 25 Prozent der Umweltbelastung der Ernährung der Schweiz sind auf vermeidbare Lebensmittelverluste zurückzuführen.

Zusammen mit mehr als 190 Staaten hat die Schweiz die UN-​Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Ein Ziel dieser UN-​Agenda ist es, bis 2030 die Nahrungsmittelverluste pro Kopf auf Einzelhandels-​ und Verbraucherebene zu halbieren und die entstehenden Nahrungsmittelverluste entlang der Produktions-​ und Lieferkette zu verringern. Ob und wie dieses Ziel erreicht werden kann, hängt stark von der Unterstützung durch die Schweizer Bevölkerung ab.

Im Rahmen des gemeinsamen Schweizer Umweltpanels der ETH Zürich und des Bundesamts für Umwelt (BAFU) haben Forschende der ETH-​Professur für Politikwissenschaft (Internationale Beziehungen) eine repräsentative Stichprobe der Schweizer Wohnbevölkerung zu dem Thema «Lebensmittelabfälle» durchgeführt. Die Befragung fand von Juni bis August 2019 statt und insgesamt nahmen 3229 Personen daran teil.

Bevölkerung ist sich des Problems bewusst
Das Problembewusstsein ist hoch: Die grosse Mehrheit der Schweizer Bevölkerung betrachtet Lebensmittelabfälle als moralisches und wirtschaftliches Problem. Eine Mehrheit nimmt sie auch als Umweltproblem wahr, obschon die Meinungen hier auseinander gehen. Befragte, die sich politisch als eher links einordnen, stimmen hier stärker zu als Befragte, die sich als eher rechts einordnen.

Die Schweizer Bevölkerung kann recht gut einschätzen, dass rund ein Drittel der Lebensmittel, die für den Schweizer Konsum produziert werden entlang der Lieferkette verloren gehen oder am Ende weggeworfen werden. Einschätzungen zur Frage, in welchen Bereichen die Lebensmittelabfälle vor allem anfallen, weichen jedoch stark von der Realität ab. So werden die Anteile der Gastronomie und des Handels an den gesamten Lebensmittelabfällen stark überschätzt, der Anteil der Haushalte und der Lebensmittelverarbeitung stark unterschätzt.

Was tun gegen Lebensmittelabfälle?
Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung tut bereits einiges, um unnötige Lebensmittelabfälle im eigenen Haushalt zu vermeiden und sie ist bereit, in Zukunft noch mehr dafür zu tun. Allerdings hält die Mehrheit die bisherigen, freiwilligen Massnahmen auf Stufe der Haushalte und der Unternehmen für ungenügend. Sie befürwortet stärkere und verbindlichere Massnahmen seitens des Staats zur Reduktion von Lebensmittelabfällen.

Solche umfassen beispielsweise staatlich finanzierte Informationskampagnen, eine stärkere Berücksichtigung des Themas in Schulen und Berufsbildung, Vorschriften, wie Unternehmen mit Lebensmitteln mit bevorstehendem Ablaufdatum umgehen müssen, eine gesetzliche Verpflichtung, Lebensmittelabfälle bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren, eine Berichterstattungspflicht zur Abfallverringerung sowie eine Entsorgungsgebühr für Lebensmittelabfälle von Unternehmen.

Der Bevölkerung ist die wirkungsvolle Reduktion von Lebensmittelabfällen besonders wichtig. Ob Unternehmen freiwillig oder unter regulatorischem Zwang agieren, ist dabei zweitrangig, solange das Engagement glaubwürdig und transparent überprüfbar ist. Für eine Verringerung der Lebensmittelabfälle um 50 Prozent wäre die Mehrheit der Schweizer Bürger bereit, einen Preisaufschlag von 10 Prozent auf die Lebensmittelpreise in Kauf zu nehmen.