SWISSCOFEL
SWISSCOFEL
Interessen seiner Mitglieder einheitlich darzulegen und zu vertreten
SWISSCOFEL
SWISSCOFEL
Transparenz der Preis- und Marktsituation
SWISSCOFEL
SWISSCOFEL
Transparenz der Preis- und Marktsituation
SWISSCOFEL
SWISSCOFEL
Der Verband des Schweizerischen Früchte-, Gemüse- und Kartoffelhandels
SWISSCOFEL
SWISSCOFEL
Transparenz der Preis- und Marktsituation
 
 

02.04.2020

Setzlingsmarkt: Öffnung gefordert

(schweizerbauer.ch) - Gärtnereien, die Setzlinge und Saatgut verkaufen, sollen dies auch während der Coronaviruskrise tun dürfen. Besonders in der Romandie regt sich Widerstand der Hobbygärtner gegen das bundesrätliche Verbot.

Der Neuenburger Grossrat Laurent Debrot (Grüne) hat eine Petition gestartet, welche die Landesregierung auffordert, diese Läden den Lebensmittelgeschäften und den Apotheken gleichzusetzen. Innert zehn Tagen haben er und seine Mitstreiter bereits über 22'000 Unterschriften gesammelt.

Setzlinge und Saatgut lebenswichtig

Laut dem Verfasser der Petition sollen Setzlinge und Saatgut als lebenswichtige Güter - wie Obst und Gemüse - betrachtet werden. Sie seien deswegen auch während der Coronavirus-Epidemie unentbehrlich.

Es mache keinen Sinn, den Verkauf von Saatgut zu verbieten, im Gegensatz zu Tomaten aus Spanien oder anderen nicht wesentlichen Produkten, sagte er in einer Sendung des Westschweizer Radios RTS. Saatgut sei für den Hobbygartenbau, der in den kommenden Monaten zur Versorgung des Landes beitragen werde, unerlässlich, heisst es in der Petition.

«Nicht nötig für Tagesbedarf»
Der Bund sieht dies jedoch anders. Diese Güter seien nicht notwendig, um den täglichen Bedarf der Bevölkerung zu decken, sagte Florie Marion, Sprecherin des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW), der Agentur Keystone-SDA auf Anfrage.

Der grüne Grossrat und seine Mitstreiter führen eine weiteres Argument ins Feld. Gartenarbeit diene in dieser Zeit der Isolation auch als Zeitvertrieb und zur Entspannung.

Versand weiter möglich

In seiner Antwort weist das BLW ferner darauf hin, dass der Verkauf von Saat- und Pflanzgut zwar nicht in Geschäften, jedoch über Versand erlaubt sei. So seien Lieferungen im Einklang mit den Hygienevorschriften und unter weitestgehender Vermeidung von Kontakten weiterhin möglich.

Die Petition warnt zudem vor der Gefahr einer riesigen Verschwendung. Die Gewächshäuser seien voll von pflanzbereiten Setzlingen, aber die Kunden, die auch selber Lebensmittel herstellen wollten, könnten diese nicht kaufen.

Millionen von Pflanzen kompostiert
Die beliebten Frühlings-Setzlingsmärkte fallen wegen der Corona-Krise aus. Grosse Firmen bleiben auf Millionen von Pflanzen sitzen, weil die Behörden den Verkauf von Gemüsesetzlingen in Supermärkten nicht zulassen.

Für auf den Hobbygartenbereich spezialisierte Setzlingsproduzenten, wie die Max Schwarz AG in Villigen, sind das harte Zeiten. Für sie bricht wegen dem Corona-Schock mit der Schliessung der grossen Baumärkte praktisch ein ganzer Absatzkanal weg. «Wir müssen gerade Millionen von Jungpflanzen kompostieren», sagt Geschäftsführer Heiner Gysi. Den finanziellen Schaden muss das Unternehmen selbst tragen.

Im Gegensatz zu den Freizeitgärtner sind die Schweizer Profi-Gemüsegärtner ausreichend versorgt mit Setzlingen. «Bei uns läuft das Geschäft in diesem Bereich normal weiter», sagt Martin Löffel, Geschäftsführer der Jungpflanzenfirma Swissplant in Müntschemier. Viele Gemüsesetzlinge wie beispielsweise Salate werden in diesen Tagen auf den Feldern gesetzt.