SWISSCOFEL
SWISSCOFEL
Transparenz der Preis- und Marktsituation
SWISSCOFEL
SWISSCOFEL
Der Verband des Schweizerischen Früchte-, Gemüse- und Kartoffelhandels
SWISSCOFEL
SWISSCOFEL
Interessen seiner Mitglieder einheitlich darzulegen und zu vertreten
SWISSCOFEL
SWISSCOFEL
Transparenz der Preis- und Marktsituation
SWISSCOFEL
SWISSCOFEL
Transparenz der Preis- und Marktsituation
 
 

01.05.2018

St.Galler Stadtrat zu Food Waste: Kein "Häppchenkonzept", aber eine Ermahnung

(tagblatt.ch) - VERSCHWENDUNG: Die Stadt St.Gallen hat kein Konzept, wie mit nicht gegessenen Häppchen eines Apéros umgegangen werden soll. Für den Stadtrat ist das aber sowieso Sache des Lieferanten. Die Weitergabe an eine soziale Institution ist möglich, wenn dabei die umfangreichen Lebensmittel-Vorschriften eingehalten werden können.

Reto Voneschen
Unter dem Stichwort «Lebensmittelverschwendung vermeiden» verlangten die Grüne Veronika R. Meyer und der Grünliberale Zsolt F. Takàcs Anfang Februar in einer Einfachen Anfrage Auskunft, wie die Stadt St. Gallen mit Lebensmitteln umgeht, die nach Apéros liegen bleiben. Die Parlamentsmitglieder regen im Vorstoss an, solche Häppchen kostenlos und gratis sozialen Institutionen abzugeben. Jetzt liegen die Antworten der Stadtregierung auf die Fragen vor.

Caterer müssen strenge Vorschriften beachten
Die Stadt hat kein festes Konzept für die Verwendung von allenfalls an einem Apéro übrig gebliebenen Lebensmittel. In der Pflicht stehen bei dieser Frage nach Meinung der Stadtregierung sowieso in erster Linie die Lieferanten von Apéros. Bei der Weitergabe auch von Häppchen müssten sie sich allerdings an die sehr strengen Lebensmittelvorschriften des Bundes halten, heisst es in der Antwort auf die Einfache Anfrage aus dem Stadtparlament.

Auf nationaler Ebene existiert für die Weitergabe von Lebensmitteln an soziale Organisationen sogar ein Leitfaden, den die "Föderation der Schweizerischen Nahrungsmittel-Industrien" (Fial) und der "Verband des Schweizer Früchte-, Gemüse- und Kartoffelhandels" (Swisscofel) herausgegeben haben. Das neun Seiten starke Dokument hat die Stadt jetzt ihren Antworten auf die Anfrage gegen Food Waste beigelegt. Wohl zum vertieften Studium für Meyer und Takàcs.

Nur so viel bestellen, wie gegessen werden kann
Auch der Stadtrat ist ausdrücklich gegen Lebensmittelverschwendung. Bei Apéros bestehe die Kunst darin, «so viel wie nötig und so wenig wie möglich» zu bestellen, um Food Waste zu vermeiden. Bei Anlässen, die regelmässig stattfänden sei dies relativ einfach, weil man auf Erfahrungswerte abstützen könne.

Und wenn es einmal Resten gibt, hat der St.Galler Stadtrat nichts dagegen, wenn diese sozialen Institutionen abgegeben werden. Dies müsse allerdings im Einklang mit den Vorschriften und dem Leitfaden von Fial und Swisscofel geschehen. Für den Fall, dass die Weitergabe nicht mögliche ist, hebt der Stadtrat lobend jenen Caterer hervor, der rasch verderbliche Lebensmittel so entsorgt, dass daraus Gas zur Energiegewinnung hergestellt werden kann.

Auf die Wortwahl achten

Die Antworten auf die Einfache Anfrage über Lebensmittelverschwendung verbindet der Stadtrat allerdings auch noch mit einer Mahnung: Er möchte, dass in der politischen Diskussion auf eine allzu drastische Wortwahl verzichtet wird. Konkret: Jemand, der aus Gründen der Lebensmittelhygiene Essensreste keinem sozialen Zweck zukommen lasse, begehe noch kein «Verbrechen», wie dies ein Satz im Vorstoss behauptet.