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22.02.2018

Online-Shopping boomt weiterhin

(foodaktuell.ch) - Der Online-Handel in der Schweiz ist weiter auf dem Vormarsch. Vor allem elektronische Geräte und Kleider werden vermehrt über das Internet bestellt. Die grössten Wachstumsraten verzeichnen ausländische Anbieter.

2017 haben Schweizer Konsumenten gemäss einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Verbands des Schweizerischen Versandhandels (VSV), der Post und des Marktforschungsunternehmens GfK im Internet Waren im Wert von 8,6 Milliarden Franken bestellt. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Steigerung um 10 Prozent. Der Onlinehandel hat damit in einem sonst schrumpfenden Detailhandelsmarkt das Wachstumstempo erhöht.

Lebensmittelabsatz wächst nur langsam

Bei den Produkten sind vor allem die bereits umsatzstarken Warengruppen elektronischen Geräte (2,0 Milliarden Franken) und Mode (1,7 Milliarden Franken) die Treiber der Entwicklung. Sie haben 2017 überdurchschnittlich zugelegt. Insgesamt hat der Onlinehandel im Non Food-Bereich 2017 den Marktanteil von 12,5 auf 14,2 Prozent gesteigert.

Der Absatz von Lebensmitteln über das Internet dagegen wächst nach wie vor nur langsam. 2017 ist er von 880 Millionen auf 910 Millionen Franken gestiegen. Der Marktanteil hat sich damit wie bereits in den Vorjahren nur minimal von 2,2 auf 2,3 Prozent erhöht.

Ausländische Anbieter auf dem Vormarsch
Eine weitere Konstante im rasanten Aufstieg des Online-Handels ist zudem das Vordringen von ausländischen Anbietern. Diese haben im letzten Jahr ihre Umsätze erneut markant erhöht. Sie sind um 23 Prozent auf 1,6 Milliarden Franken angestiegen. Seit 2011 haben sich die Online-Einkäufe im Ausland damit verdreifacht.

Gemäss dem VSV wird dieser Trend anhalten. So erwartet der Verband, dass die Online-Auslandseinkäufe auch in den nächsten drei Jahren mit jährlichen Steigerungsraten von 20 Prozent doppelt so schnell wachsen wird wie der gesamte Online-Markt in der Schweiz. Der Verband erwartet dabei, dass insbesondere die Importe aus China noch weiterhin stark zunehmen werden.

Freie Ladenflächen an bester Lage
Das hat Folgen. Patrick Kessler vom VSV sagt der Branche einen fundamentalen Wandel voraus. So steige mit dem Vormarsch der ausländischen Anbieter nicht nur der Preisdruck, sondern es sei auch eine Konzentration in der Branche absehbar, sagte er an einer Medienkonferenz am Dienstag in Zürich. Halten können sich laut Kessler voraussichtlich nur die ganz grossen Online-Händler und spezialisierte Nischenanbieter. In der Mitte dagegen werde es eng. Der VSV stellt zudem fest, dass grosse Markenhersteller wie zum Beispiel Nike verstärkt in eigene Online-Shops investieren.

Für den stationären Handel bedeutet das nichts Gutes. Im Non-Food Bereich hat er seit 2010 bereits fast 8 Milliarden Franken an Umsatz eingebüsst. Das hat laut Kessler auch Konsequenzen für das Stadtbild. «In den nächsten Jahren werden Sie auch an besten Lagen plötzlich Zwischennutzungen oder sogar leere Ladenflächen vorfinden», sagte er.

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