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13.04.2017

Treibhausgas: Zwischenziele für Gebäude und Industrie erreicht

(admin.ch) - Die Treibhausgasemissionen beliefen sich 2015 auf 48,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, 0,6 Millionen Tonnen weniger als 2014. Dies geht aus dem Inventar des Bundesamtes für Umwelt hervor. Der Industrie- und der Gebäudesektor haben damit die in der CO2-Verordnung festgehaltenen Zwischenziele erreicht. Dagegen liegen die Emissionen des Sektors Verkehr nach wie vor über dem Stand von 1990.

Das schweizerische Treibhausgasinventar für 2015 wurde am 13. April 2017 beim UNO-Klimasekretariat eingereicht. Das Inventar gibt ein umfassendes Bild über die für die Klimaerwärmung verantwortlichen Treibhausgasemissionen, die im CO2-Gesetz und im Kyoto-Protokoll definiert sind. Das Bundesamt für Umwelt BAFU hat zudem überprüft, ob die für 2015 festgelegten Zwischenziele bei den Emissionsverminderungen in den Sektoren Gebäude, Industrie und Verkehr erreicht wurden.

Sektor Gebäude: -26% gegenüber 1990
Die Treibhausgasemissionen des Gebäudesektors betrugen 12,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (CO2eq), 26% weniger als 1990. Damit erreicht dieser Sektor das Zwischenziel von -22% für 2015. Die Gebäudeemissionen weisen seit 2005 eine sinkende Tendenz aus, die den umgesetzten Massnahmen zu verdanken ist. Allerdings sind die Schwankungen im Jahresverlauf beträchtlich, was auf die Wetterverhältnisse im Winter und den damit zusammenhängenden Heizbedarf zurückzuführen ist. Diese Schwankungen sind ein Anzeichen dafür, dass der Gebäudesektor nach wie vor stark von fossilen Energieträgern abhängt. Somit trug der relativ milde Winter 2015 zumindest teilweise dazu bei, dass das Zwischenziel erreicht wurde.

Sektor Industrie: -17% gegenüber 1990
Die Emissionen des Sektors Industrie beliefen sich auf 10,7 Millionen Tonnen CO2-eq, was einem Minus von 17% gegenüber 1990 entspricht. Damit wird das Zwischenziel von -7% für 2015 vom Sektor klar erreicht. Der Trend der Industrieemissionen ist seit 2006 dank der klimapolitischen Massnahmen rückläufig. Grund für den markanten Rückgang 2015 sind jedoch strukturelle Effekte wie die Einstellung des Betriebs einer Raffinerie und sinkende Emissionen aufgrund einer geringeren Zementproduktion.

Sektor Verkehr: +4% gegenüber 1990
Bis 2008 stiegen die Emissionen des Sektors auf ein Niveau an, das 13% über dem Stand von 1990 lag. Seit 2008 nehmen sie leicht ab, was den deutlich rückläufigen CO2-Emissionen pro gefahrenen Kilometer zu verdanken ist. Dieser Trend wird aber grösstenteils durch die Zunahme der zurückgelegten Kilometer aufgewogen. Die 2015 gegenüber dem Vorjahr markant gesunkenen Emissionen erklären sich durch die Entwicklung des Tanktourismus in der Schweiz. Dieser war zum Erliegen gekommen, nachdem die Nationalbank die Aufhebung des Schweizer-Franken-Mindestkurses gegenüber dem Euro beschlossen hatte.

Es ist darauf hinzuweisen, dass die seit 2014 von den Treibstoffimporteuren durchgeführten Projekte zur Kompensation der CO2-Emissionen aus dem Verkehr vor allem zu Emissionsreduktionen in den anderen Sektoren führen, mit Ausnahme der Beimischung von Biotreibstoffen zu den fossilen Treibstoffen. Die Auswirkungen dieser Massnahme sind allerdings gering. 2015 betrugen die Emissionen des Verkehrssektors 15,4 Millionen Tonnen CO2eq, 4% über dem Wert von 1990. Der Sektor hat somit sein Zwischenziel verfehlt. Dieses sah für 2015 eine Stabilisierung der Emissionen auf dem Stand von 1990 vor.

Das BAFU hat im Weiteren eine erste Schätzung bezüglich Erreichung des Emissionsreduktionsziels von -20% für das Jahr 2020 vorgenommen. Dieses Ziel ist im CO2-Gesetz festgehalten (siehe Kasten).

KASTEN: Reduktionsziel 2020 erreichbar
Das Reduktionsziel für die Treibhausgasemissionen von -20% für 2020 kann erreicht werden, wenn sich die Einflussfaktoren der Emissionen günstig entwickeln und die Emissionswerte damit am unteren Rand der Schätzung zu liegen kommen (siehe Bericht unter Rubrik «Internet»). Legt man einen mittleren Wert der Schätzungsbandbreite zu Grunde, so würde das Ziel um 1,6 Millionen Tonnen CO2-eq verfehlt.

Diese Lücke könnte geschlossen werden, indem die Funktion der Wälder und der Forstproduktion als Kohlenstoffsenken sowie die Auswirkungen der in der Schätzung nicht berücksichtigten Massnahmen mit eingerechnet würden. Es handelt sich dabei namentlich um Bestimmungen im Rahmen der Energiestrategie 2050 (Ausbau des Gebäudeprogramms, verstärkte Vorschriften für den Verkehr), die Anhebung der Mineralölsteuer für den Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF) um 4 Rappen sowie um eine eventuelle Erhöhung der CO2-Abgabe ab 2018.

Die Schätzung der Emissionen für 2020 ist jedoch mit einer Unsicherheitsmarge von ungefähr 4 Millionen Tonnen CO2eq behaftet. Diese Unsicherheit rührt von der Schwierigkeit her, die Entwicklung gewisser in den statistischen Modellen verwendeter Daten vorherzusehen. Das BAFU wird diese Schätzung deshalb regelmässig aktualisieren.

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