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30.08.2016

Eucarpia-Kongress an der ETH Zürich: Pflanzenzüchtung als Kunst und als Wissenschaft

(agroscope.admin.ch) - Gut 400 Forschende aus dem zukunftsträchtigen Feld der Pflanzenzüchtung treffen sich diese Woche zum 20. Eucarpia-Generalkongress in Zürich, der von Agroscope und der ETH Zürich organisiert wird. Praktische Pflanzenzüchterinnen und -züchter sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den aufstrebenden Disziplinen der molekularen Genetik, der Bioinformatik und der unter „Phenomics“ zusammengefassten Messtechniken suchen nach Wegen, neue, verbesserte Pflanzensorten für eine nachhaltige Landwirtschaft zu züchten.

„Pflanzenzüchtung spielt eine entscheidende Rolle bei der Sicherung einer nachhaltigen, qualitativ hochstehenden und effizienten Pflanzenproduktion“, erklärt Beat Boller, Wissenschaftler bei Agroscope und Präsident der Europäischen Gesellschaft für Züchtungsforschung Eucarpia, anlässlich des Generalkongresses an der ETH in Zürich. Die zunehmende Nachfrage einer wachsenden Weltbevölkerung nach gesunden Nahrungsmitteln verlangt nach verbesserten Pflanzensorten. Die Kunst, zu diesem Zweck das passende genetische Material zu kombinieren, wird durch wissenschaftliche Erkenntnisse zur Stützung der Selektionsentscheide unterstützt. Neue technische Werkzeuge und die rasche Entwicklung der molekularen Genetik, der Bioinformatik und der unter dem Begriff „Phenomics“ zusammengefassten Messtechniken haben dem Zusammenspiel zwischen Kunst und Wissenschaft in der Pflanzenzüchtung eine neue Dimension verliehen. Ein klares Verständnis der Ansprüche an eine neue Pflanzensorte ist notwendig, um die neuen Werkzeuge gewinnbringend in der Züchtung einzusetzen.

Neuausrichtung der Zuchtziele

Der Klimawandel, die Verknappung der Ressourcen und die Notwendigkeit, die Biodiversität zu erhalten, bedingen eine Neuausrichtung der Zuchtziele. Die Disziplinen müssen eng zusammenarbeiten, um die wissenschaftlichen Fortschritte in neuen, verbesserten Pflanzensorten umzusetzen. Deshalb steht der Eucarpia-Generalkongress unter dem Motto: „Plant breeding: the art of bringing science to life – Pflanzenzüchtung, die Kunst, die Wissenschaft lebendig werden zu lassen.“ Auf dieser Plattform werden Wege erkundet, um die technischen Fortschritte und das rasant gewachsene Wissen zu den genetischen Grundlagen so in die Züchtungsabläufe zu integrieren, dass gezielt neue Sorten mit den gewünschten Eigenschaften entstehen.

Die ETH Zürich und Agroscope haben den viertägigen Eucarpia-Generalkongress gemeinsam organisiert. Zwölf renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Europa, Amerika, Asien und Australien konnten für je ein Hauptreferat gewonnen werden. Weit über 300 weitere Beiträge von hoher Qualität erlaubten eine gute Auswahl von Präsentationen. Die Plenarsitzungen umfassen eine breite Auswahl von Themen: von Stresstoleranz über sekundäre Inhaltsstoffe bis hin zur Bedeutung der genetischen Ressourcen und der Interaktion von Pflanzen und Mikroorganismen – alles im Hinblick auf das gemeinsame Ziel verbesserter Pflanzensorten. Aber auch der Austausch unter den Spezialistinnen und Spezialisten einzelner Kulturarten kommt nicht zu kurz. In parallelen Vortragssitzungen und in Form von herausfordernden Blitzpräsentationen sowie Postern werden die aktuellsten Ergebnisse und Züchtungskonzepte vorgestellt und diskutiert. Mit einer Auswahl attraktiver Exkursionen wird den über 400 Teilnehmenden aus 51 Nationen die vielfältige Schweiz mit ihrer multifunktionellen Landwirtschaft und Pflanzenzüchtungsinstitutionen näher gebracht. Den Abschluss der Tagung bildet eine Podiumsdiskussion über den gesetzlichen und organisatorischen Rahmen für die Pflanzenzüchtung. Wie kann diese so reguliert werden, dass die Verwertung der Investitionen in eine neue Sorte geschützt wird, ohne die Innovationskraft der Pflanzenzüchtung einzuschränken?

Internationale Massstäbe
Die Organisation des Kongresses ist eine Gelegenheit, die Leistungen der heimischen Schweizer Pflanzenzüchtungsforschung und Sortenentwicklung an internationalen Massstäben zu messen. Agroscope und die ETH Zürich stellen sich dieser Herausforderung mit zahlreichen eigenen Beiträgen. Die Förderung der Pflanzenzüchtung als wichtiges Element zur Bewältigung der anstehenden grossen Herausforderungen der Ernährungssicherung in Zeiten des Klimawandels ist ebenso ein regionales wie ein universales Anliegen.

Pflanzenzüchtung bei Agroscope
Agroscope führt international erfolgreiche Zuchtprogramme bei Getreide, Futterpflanzen, Obst, Reben, Medizinal- und Aromapflanzen. Neue, verbesserte und auf die spezifischen Ansprüche der heimischen Landwirtschaft ausgerichtete Sorten sind ein höchst effizientes Mittel, die Ergebnisse der Forschungs- und Entwicklungsarbeit in der Praxis unmittelbar umzusetzen. Dass Agroscope mit der Durchführung des Eucarpia-Generalkongresses betraut wurde, ist nicht zuletzt ein markantes Zeichen der europaweiten Anerkennung der Leistungen der Schweizer Pflanzenzüchtung. Bei der Durchführung des Kongresses spannt Agroscope mit den Lehrstühlen „Kulturpflanzenwissenschaften“ und „Molekulare Pflanzenzüchtung“ der ETH Zürich zusammen. Eine enge Verbindung zwischen der akademischen pflanzenwissenschaftlichen Forschung an der ETH Zürich und deren Umsetzung in der praktischen, in marktfähige Sorten mündenden Züchtungsarbeit bei Agroscope bietet einmalige Chancen, drängende Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen. Die Europäische Gesellschaft für Züchtungsforschung Eucarpia hat ihre Geschäftsstelle seit 2012 und noch bis Ende 2016 bei Agroscope am Standort Reckenholz in Zürich.

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