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09.06.2016

Ab 2018 ist Schluss mit Gratis-Plastiksäcken

(20min.ch) - Es gibt zwar kein Verbot, aber der Lebensmittel-Handel will den dünnen Gratis-Raschelsack freiwillig verbannen. Was kommt als Alternative?

Er raschelt, ist umsonst und wird im Schnitt nur 25 Minuten gebraucht: Der Einwegsack an den Kassen der Schweizer Detailhändler. Das Parlament kündigte 2012 seine Abschaffung an. Weil es dafür aber eine Gesetzesänderung gebraucht hätte, greifen die Kunden im Supermarkt noch immer uneingeschränkt nach dem Gratis-Sack. Diese Woche nun hat sich der Nationalrat dafür ausgesprochen, dem Vorschlag der Händler zu folgen , die freiwillig auf den Plastik verzichten wollen. «Wir sind dabei, uns Alternativen zu überlegen», sagt Patrick Marty von der Interessengemeinschaft Detailhandel Schweiz zu 20 Minuten.

Der Entscheid des Ständerats dieses Jahr steht zwar noch aus, aber der Handel stellt sich schon jetzt auf einen Wechsel ein. Laut Marty sei mindestens ein Jahr für Planung, Kassenumbau und Mitarbeiterschulung nötig. Die Abschaffung des Gratis-Sacks dürfte damit Anfang 2018 erfolgen. Für die Zeit danach gibt es zwei Optionen: «Entweder bleiben wir beim jetzigen Einwegsack und machen ihn kostenpflichtig. Oder es wird stattdessen eine dickere und damit haltbarere Tüte geben, die allerdings auch kostet», sagt Marty.

Der Preis soll abschreckend

Klar ist, dass die Konsumenten durch den Preis zum Verzicht auf die Tasche respektive zu seiner häufigeren Nutzung gebracht werden sollen: Aus dem Einweg- soll ein Mehrwegsack werden. Wie hoch der Preis für den Raschelsack sein müsste, damit die Kunden sich lieber einen eigenen von zu Hause mitbringen, ist laut Marty noch unklar. Es dürften aber Branchenkennern zufolge eher 50 statt 15 Rappen sein.

Laut Bundesrat entsprechen die rund 3000 Tonnen an Plastiksäcken in der Schweiz einem halben Prozent des jährlichen Verbrauchs von rund 850'000 Tonnen Kunststoffen. Durch den Einsatz von soliden, langlebigen Tragtaschen und durch die Wiederverwendung von Kunststoffsäcken liessen sich einige Hundert Tonnen an Kunststoffen einsparen. Die aus Erdöl hergestellten Plastiksäcke setzen in der Kehrichtverbrennung Dioxin frei, landen in der Natur und brauchen Jahrhunderte zum Verrotten.

Säcke im Convenience-Shop bleiben gratis
Weiter gratis soll der Einwegsack im Offenverkauf von Brot oder Früchten bleiben. Und in Convenience-Shops. Die Begründung des Handels: «Convenience-Shops verzeichnen hauptsächlich spontane Einkäufe, die nicht planbar sind, und bei denen somit keine Verhaltensänderung der Kundschaft erreicht werden kann.»

Auch der Einsatz von Baumwoll- oder Papiersäcken muss nicht per se umweltfreundlicher sein. Denn es kommt nicht nur auf das Material, sondern auch darauf an, wie oft ein Sack benutzt wird: Eine Baumwolltasche muss gemäss einer Empa-Studie 84-mal gebraucht werden, ein kompostierbarer Sack elfmal und ein Papiersack siebenmal, bis sie die gleiche Ökobilanz aufweist wie eine Tasche aus rezykliertem Kunststoff.

In der Europäischen Union ist es das Ziel, den jährlichen Verbrauch von Plastiksäcken bis 2015 auf höchstens 40 Stück pro Kopf zu senken. In Deutschland beträgt die Zahl derzeit jährlich 71. Seit diesem April sind dort nicht nur im Supermarkt, sondern auch in Kleidergeschäften oder Warenhäusern auf Druck des Gesetzgebers sämtliche Säcke kostenpflichtig.

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