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19.05.2020

Italien: Erntehelfer reichen nicht aus

(fruchtportal.de) - Die Vereinbarung, die bezüglich der Regelung für Migranten erreicht wurde, ist keine Lösung für die Probleme in dem Landwirtschaftssektor, nicht einmal kurzfristig in der Ausnahmesituation. Das erklärte der Präsident von Coldiretti, Ettore Prandini, der betonte, dass der Bedarf nach Arbeitern auf den Feldern dringend ist, während die Regelung Zeit braucht.

Landwirtschaftlicher Voucher als Lösung
Dafür wird eine radikale Vereinfachung wie der landwirtschaftliche Voucher ('Eintrittskarte') dringend benötigt, der Bürokratie reduzieren kann und den Berechtigten soziale Sicherheitsnetze ermöglicht. Das gilt auch für italienische Studenten und Rentner, die die Arbeit auf dem Land zu einer Zeit ausführen, wo Schulen, Universitäten und viele wirtschaftliche Aktivitäten eingestellt wurden und viele Arbeiter entlassen werden, betonte Prandini.

Landwirtschaftsunternehmen brauchen auch Professionalität und Erfahrung, indem sie die selben Personen beschäftigen, die die Grenzen jedes Jahr für die Saisonarbeit überqueren und dann in ihr Land zurückkehren. Nicht für alle Jobs in der Landwirtschaft kann improvisiert werden, sagte Prandini, für den größten Teil werden geschulte und qualifizierte Arbeiter benötigt, von dem Verschneiden bis zu dem Fahren landwirtschaftlicher Fahrzeuge. Somit sollte unmittelbar ein Kanal der Zusammenarbeit mit Ländern wie Rumänien geöffnet werden, von wo rund ein Drittel der Saisonarbeiter auf den italienischen Feldern herkommt.

Zehntausende rumänische Arbeiter konnten laut Coldiretti während des Coronavirus-Notstands zu der Arbeit auf dem Land in Deutschland und Großbritannien dank Abkommen zwischen den verschiedenen Ländern zurückkehren.

Mit der Blockade der Grenzen in Italien fehlen nun Coldiretti zufolge rund zweihunderttausend Fremdarbeiter, die regelmäßig für die italienische Erntezeit von verschiedenem Obst und Gemüse eingestellt werden.

Nach Erdbeeren, Spargel, Artischocken, Gewächshausgemüse (wie Melonen, Tomaten, Paprikas und Auberginen in Sizilien) haben nun mit der Eröffnung der Saison Gewächshausprodukte den Weg für jene aus dem Freiland freigegeben, wobei diese immer im Süden anfängt und dann den Stiefel hinauf nach oben wandert, wo sie dank verschiedener Reifezeiten unterschiedlicher Sorten im September ankommt. Die Obsternte begann mit den Kirschen in Apulien, gefolgt von Aprikosen, dann Pflaumen und Pfirsichen. Im Mai begann die Weinlese in Sizilien, im Juni die ersten Birnen, im August die ersten Äpfel, während im Oktober die Olivenernte beginnt und im November ist die Kiwi reif, sagte Coldiretti abschließend.