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11.02.2020

Info Fruit Logistica 2020

(freshplaza.de) - In der vergangenen Woche fand in Berlin zum 27. Mal die dreitägige Fruit Logistica statt, die größte Messe in der Obst- und Gemüsebranche. Aussteller aus allen Teilen der Welt kamen wieder zusammen. Wie jedes Jahr gab es ein Thema, das im Mittelpunkt der Messe stand. Auch in diesem Jahr ging es um Nachhaltigkeit. Das Coronavirus forderte in diesem Jahr jedoch viel Aufmerksamkeit.

Mit 94 ausstellenden Unternehmen aus China und einer Menge zu erwartender Besucher aus diesem Land befürchtete man, dass die Messe zu einem Brutplatz für das Coronavirus werden könnte. Die Folgen blieben jedoch aus. Viele der chinesischen Aussteller und Besucher blieben zu Hause. Ungefähr 50% kamen nicht zur Messe, und viele der Unternehmen, die dort waren, wurden von Mitarbeitern aus Europa am Stand vertreten. Vorsichtshalber blieben Aussteller aus Großbritannien und Skandinavien zu Hause. Die Absagen aus der deutschen und niederländischen Ecke waren gleich null. Insgesamt waren dadurch die Messegänge etwas weniger überfüllt, aber aufgrund der Qualität der Besucher blicken viele Aussteller auf eine erfolgreiche Ausgabe zurück. Insbesondere der Donnerstag war ein arbeitsreicher Tag, während die Besucherzahlen am Mittwoch und Freitag enttäuschend waren.

Karton 'ja', Plastik 'nein'
Im Zuge der neuen Gesetze und Vorschriften zum Einsatz von Kunststoffen haben die Maschinen- und Verpackungslieferanten auf der Fruit Logistica erneut eine Vielzahl neuer Konzepte vorgestellt, von denen eines noch ausgeklügelter ist als das andere. Vor allem Karton und Papier sind auf dem Vormarsch, aber auch Holz und Konzepte mit nur geringem Kunststoffanteil. Unter anderem der deutsche Einzelhandel stellt sich auf diese neuen Konzepte ein, so dass nun auch für die weniger offensichtlichen Produkte - darunter Salat, Pilze und Beerenobst - geeignete Lösungen erarbeitet werden. Auffallend ist, dass bei Großverpackungen (Lagerkisten, Paletten, Logistikkisten) Kunststoff vor allem aus hygienischen Gründen Vorrang hat. Die niederländischen Aussteller hatten in Sachen Nachhaltigkeit ihre Bedenken.

Nachhaltigkeit
Die Verringerung des ökologischen Fußabdrucks von Unternehmen ist nicht nur in der Verpackung zu finden. Obwohl es sicher nicht neu ist, scheint die Wichtigkeit nachhaltiger Unternehmensführung zu wachsen. Das Konzept kam in vielen Gesprächen auf der Fruit Logistica zum Ausdruck und wurde mehrfach als die momentan wichtigste Entwicklung bezeichnet. Das Konzept der Nachhaltigkeit hat viele Facetten, basiert aber oft auf Vermeidung, Reduzierung oder Kompensation der CO2-Emissionen. So gab es beispielsweise einen CO2-neutralen Stand auf der Messe, viele Unternehmen haben sich verpflichtet, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Wasser beim Anbau zu reduzieren, und einige gehen bio-dynamisch vor, um einen weiteren Schritt auf der Nachhaltigkeitsleiter zu machen. Schließlich geht es nicht mehr nur um das Produkt, sondern vor allem um Verantwortung.

Halle 27
Neu auf der diesjährigen Messe war die Halle 27, die von den belgischen und (zumindest war das der Plan) den chinesischen Ausstellern bevölkert werden sollte. Die Belgier standen früher traditionell in Halle 6.2. Ungefähr die Hälfte der Belgier war positiv gestimmt über den neuen Standort mit breiteren Gängen, einem Ein- und Ausgang und einer guten Besucherqualität. Andere Aussteller äußerten sich etwas weniger positiv über den Umzug, es war viel ruhiger und die Beschilderung zum neuen Gebäude hätte besser sein können. Über das neue Standkonzept von VLAM waren alle Aussteller zufrieden. Die Stände waren größer als zuvor und die Farben und Materialien sahen viel wärmer und attraktiver aus.

Am belgischen Stand gab es viele Neuheiten. Verschiedene Aussteller, darunter DBS Agro und Warnez Potatoes, hatten Verpackungen entwickelt, und die Coöperatie Hoogstraten präsentierte einen neuen Tomatensalat für unterwegs in drei verschiedenen Geschmacksrichtungen. Auch in diesem Jahr stand die kunststofffreie Verpackung wieder im Mittelpunkt. BelOrta führte eine neue MDF-Verpackung für Kirschen ein, aber auch das Snack-Sortiment haben sie neu gestaltet, um auf die im Sommer stattfindende Fussball-Europameisterschaft zu reagieren.

Kiwis und Heidelbeeren
Zespri und T&G waren in diesem Jahr ebenfalls in Halle 27 präsent und äußerten sich positiv über diesen neuen Platz auf der Messe. Zespri lancierte, nachdem 26 Jahren lang mit derselben Marke gearbeitet wurde, ein Re-Branding der Marke. CEO Dan Mathieson sagte, es sei Zeit für etwas Neues. T&G kündigte eine neue Partnerschaft mit NZ Plant & Food Research an, um größere und bessere Blaubeeren anzubauen. Zuvor war das Unternehmen auch ein Joint Venture mit einem der größten Heidelbeerproduzenten der Welt, CarSol, eingegangen, um den hoch lukrativen asiatischen Markt das ganze Jahr über zu beliefern.

Apfelneuigkeiten aus Holland
Unter den niederländischen Ausstellern waren die Neuheiten vor allem bei Äpfeln zu finden, wobei eine bemerkenswerte Anzahl neuer Sorten eingeführt wurde. Die Tessa machte auf dieser Messe ihr europäisches Debüt, und auch FruitMasters als Exklusivverkäufer auf dem niederländischen Markt, feierte seinen eigenen Auftakt. Außerdem wurde Van Kessel Fruit als neuer Partner von Evelina für die Niederlande vorgestellt. Auch der AppleJuicer der niederländischen Firma Thompe hatte seine Premiere. Dieser presst Äpfel in einem Automaten zu Apfelsaft und soll im Einzelhandel und in Restaurants eingeführt werden. Viele Erzeuger zeigten hierbei auch Interesse als Lösung für ihre B-Qualität.

Mit De Pappels hatte The Greenery auch eine auffällige Einführung in die Baby-Frischverpackung und HillFresh führte die Limelon ein, eine Melone mit Limettengeschmack. Die niederländischen Aussteller suchen auch nach einer Möglichkeit, den Einsatz von Kunststoff, insbesondere bei Karton, zu reduzieren. Viele O&G-Händler fragen sich jedoch, ob tatsächlich ein Gewinn in Sachen Nachhaltigkeit verbucht werden kann. Mit der neuen Verpackungsmaschine von Sorma können sowohl Papier- als auch Kunststoffverpackungen gefertigt werden, was auf jeden Fall Kosten spart.

Local for local in Deutschland
Neben der Nachhaltigkeit war die Regionalität ein wiederkehrendes Thema bei den deutschen Ausstellern. Obwohl der große Boom bei regionalen Kampagnen und Marketingkonzepten vorbei zu sein scheint, bleiben die deutschen Verbraucher sensibel für Produkte aus der 'Heimat'. Nicht umsonst haben sich kürzlich sechs deutsche Genossenschaften aus allen wichtigen Anbaugebieten zusammengeschlossen und die neue deutsche Apfelsorte Fräulein auf den Markt gebracht. Auf der Fruit Logistica wurde der Sorte besondere Aufmerksamkeit geschenkt, ebenso wie dem 'Entdecker' von Fräulein, Gerd Sundermeyer. Ab November 2020 werden die ersten Früchte im deutschen Einzelhandel angeboten, und es wird angestrebt, innerhalb von vier Jahren eine Gesamternte von 15.000 Tonnen zu erreichen.

Die Briten und der Brexit
Die Briten war gut vertreten und einige Unternehmen hatten ihren ersten Auftritt auf der Messe. Brexit blieb nicht unerwähnt, und für viele Aussteller war die Messe eine Möglichkeit, zu zeigen, dass das Vereinigte Königreich für den Handel mit Europa offen bleibt. Total Produce und Dole hatten in diesem Jahr ihren ersten gemeinsamen Stand auf der Messe.

Weniger spanische Aussteller
In diesem Jahr kamen gut 15 spanische Betriebe weniger nach Berlin. Viele der Unternehmen waren an Gemeinschaftsständen vertreten, die durch die spanische Regierung unterstützt wurden. Der Grund für die geminderte Teilnahme ist vermutlich die wachsende Bedeutung der Fruit Attraction in Madrid.

Die Franzosen
Die Aussteller aus Frankreich hatten viele Termine mit Interessenten auf der Messe. Der Höhepunkt war am Mittwochnachmittag. Dem Publikum wurden mehrere neue Äpfel für den Export vorgestellt, und es gab eine Menge Bio-Produkte.

Italiener nicht sehr zufrieden mit Stand in Halle 6.2
Die Italiener zeigten auf der Messe auch nachhaltige Lösungen bei den Verpackungen. Sie blicken auf eine stark besuchte Messe in Halle 4.2 und auf dem Stand für Sizilien zurück. In Halle 6.2 gab es einen neuen Stand für die Italiener, aber damit war man nicht sehr zufrieden, da viele leere Plätze als Sitzgelegenheiten genutzt wurden. Auf jeden Fall blicken die Aussteller aus Campania auf eine erfolgreiche Messe mit vielen Kontakten zurück. Hier und da wurden Verträge mit europäischen Einzelhändlern unterzeichnet. Dasselbe gilt für die Aussteller aus Lazio, die das jährliche Treffen als einen schönen Moment empfinden, um der Öffentlichkeit ihre Produkte zu zeigen.

Viel los bei den lateinamerikanischen Ausstellern
Die Aussteller aus Lateinamerika blicken auf eine erfolgreiche und sehr geschäftige Messe zurück. Viele der Aussteller kamen, um ihre bestehenden Kunden zu treffen und neue Kunden zu finden. Die Südamerikaner zielten vor allem auf den europäischen Markt, wo die Nachfrage nach tropischen Früchten aus Ländern wie Brasilien und Kolumbien wächst. Die Aussteller aus Ecuador waren mit dem ersten Tag sehr zufrieden. Als Partnerland der Fruit Logistica erkannten sie die Vorteile und hatten mehr Möglichkeiten mit potentiellen Kunden.

Über die Anzahl der Besucher sind die Meinungen sehr unterschiedlich. Der eine Aussteller hatte mehr als der andere. In den für Nord-, Mittel- und Südamerika vorgesehenen Hallen hatte man die Meinung, dass es etwa 10-15% weniger Aussteller als im letzten Jahr gab. Aber viele geben an, dass dies möglicherweise auf die Wahrnehmung in den Hallen zurückzuführen ist. Die Kanadier und Amerikaner befanden sich in diesem Jahr in Halle 23. Besonders die kanadischen Gäste waren mit den Besuchern, die vorbeikamen, zufrieden, und einige Unternehmen wie Air Canada Cargo hatten Erfolg bei den lateinamerikanischen Besuchern.

Eine auffällige Neuheit an den lateinamerikanischen Ständen war die Gefriertrocknung von Frischobst. Dieser Trend geht Hand in Hand mit der Nachfrage nach Convenience- und Obstsnacks. Die Unternehmen sehen hier dann auch eine gute Nachfrage auf dem europäischen Markt.

Ost-Asien
Die Hälfte der chinesischen Aussteller konnte wegen des Coronavirus nicht nach Berlin kommen. Die Knoblauch-, Ingwer- und Pomelo-Exporteure haben es doch geschafft, ihre Stände zu erreichen, ebenso wie viele Nachernte- und Technologieunternehmen. Bestehende Kunden zu treffen war normalerweise kein Problem, aber neue Kunden blieben weg. Die thailändischen Aussteller dachten, sie könnten die Probleme in China nutzen, um ihren eigenen Ingwer anzubieten, und sahen viele potenzielle Kunden vorbeikommen. Für das japanische ASTRA war es in diesem Jahr das erste Mal auf der Messe. Sie stellten eine Schälmaschine vor, die mehr als 20 verschiedene Obstsorten schälen kann.



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