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05.01.2018

Die Märkte für Obst und Gemüse in einem Jahr vieler Extreme

(fruchtportal.de) - Die Märkte für Obst und Gemüse wurden 2017 stark von der Witterung in Europa und anderen Teilen der Welt beeinflusst. Ein Kälteeinbruch in Südeuropa, Spätfröste in Deutschland und extreme Bedingungen im Sommer mit Starkregen und Trockenheit haben Eindruck hinterlassen. Einige Auswirkungen sind zum Start in das Jahr 2018 noch zu spüren, so die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI).

Das Jahr 2017 begann mit einem massiven Preisanstieg für Gemüse aus dem Mittelmeerraum. Ein beispielloser Kälteeinbruch hatte zu erheblichen Angebotsbeschränkungen in Spanien und Italien geführt. In Deutschland folgte ein warmer und sonnenreicher März, der eine frühzeitige Blüte der Obstkulturen und einen sehr frühen Start der Spargelsaison mit hohen Erntemengen zur Folge hatte. Durch die frühe Entwicklung wurde die Obstblüte von den Frösten um den 20. April in einem empfindlichen Stadium getroffen. Kräftige Einbußen bei der Obsternte im Mitteleuropa waren die Folge. Im Sommer war es dann in der Mitte und im Süden Deutschlands zu trocken, im Norden aber fast durchweg zu nass. Im Mittelmeerraum herrschten fast den ganzen Sommer über bis weit in den Herbst hinein ungewöhnlich hohe Temperaturen, die den Kulturen zusetzten.

Markt wächst trotz widriger Rahmenbedingungen

Trotz der teilweise widrigen Rahmenbedingungen sind die Obst- und Gemüsemärkte in Deutschland gemessen am Umsatz im Einzelhandel weiter gewachsen. Der Umsatz mit frischem Obst und Gemüse im deutschen Einzelhandel stieg 2017 um knapp 5 % Das entspricht einem Umsatz von 14,7 Mrd. (ohne Kartoffeln) und ist ein Rekordwert. Daran ist Frischgemüse mit einem Plus von gut 3 % beteiligt, Frischobst aber mit einem Plus von über 6 %. Der Umsatzzuwachs bei frischem Obst und Gemüse ist nicht nur preisbedingt, auch die Einkaufsmengen haben um gut 2 % zugelegt. Auch hier zeigte Frischobst die höheren Wachstumsraten. Da die Inlandsernten bei Obst 2017 meist mager ausfielen geht der Mengenzuwachs auf Importe zurück. Im Gegensatz dazu dürften die Importe bei Gemüse geringfügig niedriger ausfallen als im Vorjahr. Hier war es vor allem die Inlandsversorgung, die das Wachstum verursachte.

Weniger Obst, aber mehr Gemüse geerntet
Insgesamt fiel die Obsternte 2017 in Deutschland um mehr als 40 % kleiner aus als 2016. Eine Kompensation der Fehlmengen durch höhere Preise war nur in einigen Fällen möglich. Nach Schätzung der AMI und des Statistischen Bundesamtes wurden nur rund 775.000 t geerntet. Das ist die mit Abstand kleinste Ernte seit Jahren. Insbesondere bei Äpfeln sind die Auswirkungen der kleinen Ernte auch zum Start in das Jahr 2018 zu spüren. Bei Gemüse dagegen dürfte die Ernte 2017 trotz der widrigen Witterungsbedingungen etwas höher ausgefallen sein als im Vorjahr. Die AMI schätzt die Gemüseernte 2017 insgesamt auf 3,79 Mio. t und damit um gut 1 % höher als im Vorjahr. Regionale Ausfälle konnten meist überregional ausgeglichen werden. Bei den Lagergemüsearten wie Zwiebeln, Möhren und Kopfkohl bestehen allerdings gewisse Unsicherheiten bezüglich der verwertbaren Mengen, die dann tatsächlich aus dem Lager kommen. Vielfach wurde unter ungünstigen Bedingungen eingelagert.

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