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29.03.2016

Deutsche Bauern wollen von Lebensmitteln leben können

(freshplaza.de) - Seit Monaten liegen die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse am Boden. Ein Grund für den massiven Preisverfall: Von dem Geld, das Verbraucher für Lebensmittel ausgeben, erhalten Landwirte immer weniger. Am Mittwoch finden deswegen in Bayern und ganz Deutschland rund hundert Aktionen und Veranstaltungen unter dem Motto „Bessere Preise für Bauern!“ statt. Dabei informieren Bauernfamilien zusammen mit dem Bauernverband darüber, dass Schleuderpreise für Lebensmittel die nachhaltige Landwirtschaft auf bayerischen Bauernhöfen und die Lebensmittelversorgung mit regionalen Produkten gefährden.

„Aldi, Lidl, Edeka, Rewe & Co. haben die Erzeugerpreise auf ein derart niedriges Niveau gedrückt, dass im Moment die Existenz vieler Bauernhöfe gefährdet ist“, sagt der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl. Während die großen Handelskonzerne so ihre Margen ausbauen, spitzt sich gerade die Lage von vielen Milchbauern und Schweinehaltern immer weiter zu.

Doch auch die Politik spielt in dieser schwierigen Situation eine unrühmliche Rolle: Erst vor wenigen Tagen hat Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel grünes Licht für die Übernahme der insgesamt 451 Tengelmann-Supermärkte durch Edeka gegeben. Trotz heftiger Widerstände des Kartellamtes und der Monopolkommission macht Gabriel damit den mächtigsten Handelskonzern noch mächtiger. Das ist ein Schlag ins Gesicht der Bäuerinnen und Bauern“, kritisiert Heidl und fordert dringend kartellrechtliche Maßnahmen, um die Übermacht der großen Handelskonzerne einzudämmen. Aldi, Lidl, Edeka und Rewe teilen bereits 85 Prozent des Lebensmittelmarktes unter sich auf.

Diese immense Marktmacht bekommen die Bäuerinnen und Bauern schon jetzt zu spüren: „Mit Sonderpreisen und Rabattaktionen verschleudern Aldi, Lidl, Edeka, Lidl & Co. oft hochwertige Lebensmittel, um Kunden in ihre Läden zu locken und sich zusätzliche Marktanteile zu sichern. Durch die Tengelmann-Übernahme droht der Preisdruck auf uns Bauern noch weiter zu wachsen“, sagt Heidl.

Und wo bleiben bei dieser Preisschlacht diejenigen, die mit ihrer Arbeit Tag für Tag dafür sorgen, dass gesunde, hochwertige und regionale Lebensmittel auf dem Tisch stehen? „Wir Bauern machen zwar Lebensmittel, können aber selbst nicht davon leben “, sagt Heidl. „Deshalb sind jetzt dringend bessere Preise für Bauern notwendig!“

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