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28.06.2016

Carrefour gegen Amazon; und der Staat gegen beide….

(LZ) - In der französischen Hauptstadt trifft der US-Onlinehändler Amazon mit seinem jüngsten Vorstoß auf wenig Gegenliebe. Den Start seines schnellen Lieferdienstes Prime Now in Paris hat die Stadtverwaltung offiziell abgewatscht und der größte heimische Lebensmittelhändler läuft sich derweil mit einem Konkurrenzangebot warm.

Carrefour will Amazon das Geschäft mit Lebensmittel-Lieferungen nicht kampflos überlassen. Die französische Nummer eins testet im August einen eigenen Lieferservice, der den Kunden innerhalb einer Stunde die gewünschte Ware bis zur Haustür bringt, wie das französische Fachblatt Lineaires berichtet. Intern werde das Projekt "Carrefour Now" genannt, heißt es weiter. In insgesamt drei Märkten im sechsten, neunten und zwanzigsten Arrondissement wird dem Bericht zufolge der Dienst getestet. Das Filialpersonal soll dabei die Onlinebestellungen bearbeiten und zusammenstellen; die Lieferung übernehmen dann laut Gewerkschaftsinformationen Fahrradkuriere des staatlichen Postunternehmens La Poste.

Das Projekt ist zweifellos als Antwort auf den schnell expandierenden Lieferdienst Amazon Prime Now gedacht. Seit dem 16. Juni steht dieser auch Amazon-Prime-Kunden im Großraum Paris zur Verfügung. Der Markteintritt ist allerdings bei den Pariser Stadtoberen auf wenig Gegenliebe gestoßen. In einer Pressemitteilung kritisiert die Metropole den US-Onlinehändler, von dem sie sich offensichtlich übergangen fühlt. "Obwohl dieses Vorhaben das Gleichgewicht im Handel schwerwiegend aus dem Gleichgewicht bringen könnte, hat dieses große amerikanische Unternehmen es für richtig befunden, die Stadt Paris erst wenige Tage vor dem Start darüber zu informieren", heißt es vorwurfsvoll in der Mitteilung.
Paris will kleine Nahversorger schützen
Weniger Verkehrsbelastung und der Schutz von kleinen Einzelhändlern und Nahversorgern im Kampf gegen die Vereinheitlichung des Stadtbildes stehen aktuell ganz oben auf der Agenda der sozial-demokratischen Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo. Getreu dieser Linie heißt es von der Stadtverwaltung, man werde sich Amazon gegenüber in diesen Punkten kompromisslos zeigen.

Doch damit nicht genug: Die Stadt Paris will sich für gesetzliche Regelungen einsetzen, damit Einzelhändler vor potenziell unlauterem Wettbewerb durch Lieferdienste wie Amazon Prime Now geschützt werden. Darüber hinaus soll auch die Genehmigung von Logistikflächen wie das Amazon Vertriebszentrum im 18. Arrondissement künftig den Stadtverwaltungen obliegen. Für Handelsflächen wie etwa Supermärkte ist das bereits der Fall.

Die Gegenwehr der Stadt könnte nicht nur für Amazon zum Problem werden, sondern für alle, die neue Online-Lieferdienste im großen Stil aufziehen wollen. Sprich: auch für Carrefour.