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05.08.2016

Brexit bremst Firmenkäufe – ausser in der Schweiz

(xing-news.com) - Der Brexit lähmt, das zeigt sich am starken Rückgang grenzübergreifender Firmenkäufe. Eine Ausnahme im internationalen Vergleich ist die Schweiz - hier kaufen vor allem die Chinesen.

Unsicherheit ist selten förderlich für die Wirtschaftsentwicklung. Dann zaudern die Konsumenten und Firmenchefs bremsen Investitionen. Der Brexit bremst bereits im erheblichen Umfang: Vor allem in Grossbritannien, aber auch weltweit sind im zweiten Quartal 2016 die grenzübergreifenden Firmenkäufe und Fusionen merklich zurückgegangen, wie ein Index von Baker&McKenzie zeigt. Es gibt aber eine Ausnahme: In der Schweiz boomen die Übernahmen – dafür sorgen in vor allem chinesische Investoren.

Global betrachtet harzt die Entwicklung: Das grenzüberschreitende M&A-Volumen sank im zweiten Quartal um 45 Prozent auf 214 Milliarden US-Dollar. Am stärksten war die Entwicklung in London selbst zu spüren: Der Wert der Übernahmedeals in Grossbritannien sank um 82 Prozent auf 12,1 Milliarden Dollar.

Holprige Scheidung wird teuer
Wie stark sich diese Entwicklung fortsetzt, wird erheblich von der Umsetzung des Brexit abhängen. Die Analysten von Baker&McKenzie haben dabei zwei Szenarien entworfen. Sollte die Scheidung der Briten von der EU holprig verlaufen, so die Annahme, gingen bei Übernahmen bis 2020 weltweit 1,6 Billionen Dollar verloren. Selbst wenn der Austritt reibungslos verläuft, dürften unter dem Strich 409 Milliarden Dollar weniger für Übernahmen investiert werden, als ohne Brexit, so das Urteil der Experten.

In der Schweiz ist die Entwicklung eine andere: 6,9 Milliarden Dollar gaben internationale Konzerne im zweiten Quartal 2016 aus, um Schweizer Firmen zu kaufen. Das ist der 15-fache Wert wie im Vorjahr. Den grössten Batzen macht dabei der Verkauf des Glencore-Agrargeschäfts an die wichtigste Pensionskasse Kanadas aus, das Canada Pension Plan Investment Board. Die Transaktion hat einen Wert von 2,5 Milliarden Dollar.

Schweizer lassen sich gern von Chinesen kaufen

Das allerdings wäre eine Kleinigkeit im Vergleich zum geplanten Kauf von Syngenta durch ChemChina. Der chinesische Riese will rund 44 Milliarden Franken für den Konzern zahlen, sollte die US-Kartellbehörde den Deal nicht noch verhindern. Mit der Syngenta-Übernahme fände ein Trend seinen bisherigen Höhepunkt. China ist in der Schweiz im ersten Halbjahr 2016 unter den Top 3 der Käufer von Schweizer Firmen, neben Frankreich und Kanada. Im EU-Raum wurden bei 97 Firmenkäufen jedes zweite von chinesischen Investoren gekauft.

Und die Investoren stossen auf Gegenliebe: Schweizer Firmen lassen sich mittlerweile gerne von den Geldgebern aus Asien übernehmen, zeigt eine Erhebung von EY Schweiz. «Die meisten chinesischen Investoren verfolgen einen langfristigen und strategischen Ansatz, bei dem sowohl Käufer wie auch das übernommene Unternehmen profitieren können», sagt M&A-Spezialist Roland Sauser laut der Mitteilung. Know-how-Abfluss aus der Schweiz sei unwahrscheinlich, heisst es weiter, da die komplexen Produktions- und Managementprozesse sich nicht verlagern liessen. Sauser sagt: «Zusätzlich braucht man hochqualifizierte Mitarbeitende, die in der Anzahl in China momentan nicht vorhanden sind.»

Darum ist die Übernahme durch einen chinesischen Käufer oft auch im Interesse der Schweizer Unternehmen. «Vielfach bauen die Investoren zusätzlich zum Schweizer Markt die Produktionskapazitäten in China aus», so Sauser. «Von Insolvenz bedrohte Unternehmen können die Arbeitsplätze sogar durch Investitionen aus China retten.»