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17.02.2017

Bio in Europa legt auf allen Ebenen zu

(fruchtportal.de) - Der Bio-Markt in Europa wuchs 2015 um 13 % auf knapp 30 Mrd. Euro. Deutschland ist 2015 mit 8,6 Mrd. Euro der größte Bio-Markt in Europa, gefolgt von Frankreich (5,5 Mrd.) dem Vereinigten Königreich (2,6 Mrd.) und Italien (2,3 Mrd.).

Die ersten Zahlen, die für 2016 vorliegen, zeigen, dass sich das Marktwachstum fortgesetzt hat (Deutschland 2016: 9,5 Mrd. EUR; + 9,9 %). Im weltweiten Bio-Ranking liegt Deutschland nach den USA auf Platz 2, so die gemeinsame Auswertung des Forschungsinstitutes für biologischen Landbau (FiBL) und der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI).

Biomarkt: Große Dynamik
Helga Willer vom FiBL erläutert: „Die große Dynamik des europäischen Bio-Markts zeigt sich am starken Wachstum, welches mit einem Plus von 13 % zum ersten Mal seit der Finanzkrise wieder zweistellig ausfiel. In Frankreich und Italien wuchs der Markt 2015 um 15 %; in Deutschland um 11 %.“

Die europäischen Konsumenten geben jedes Jahr mehr Geld für Bio aus. Im europäischen Durchschnitt waren es 2015 pro Einwohner 36,4 EUR (Europäische Union: 53,7 EUR). Am tiefsten griffen die Schweizer in die Tasche; die Schweiz ist das Land mit dem weltweit höchsten Bio-Pro-Kopf-Verbrauch (262 EUR). Es folgen Dänemark mit 191 EUR und Schweden mit 177 EUR. Auch die höchsten Bio-Anteile am jeweiligen Lebensmittelmarkt lagen weltweit betrachtet in Europa am höchsten. Spitzenreiter sind Dänemark mit 8,4 %, die Schweiz mit 7,7 % und Luxemburg mit 7,5 %. Diana Schaack von der AMI ergänzt: „Viele Produkte und Produktgruppen erreichen viel höhere Anteile. In der Schweiz zum Beispiel ist jedes vierte verkaufte Ei ein Bio-Ei, und der Bio-Anteil von Milchprodukten erreicht in einigen Ländern 10 % und mehr.“

Markt wächst schneller als Fläche
Der Trend, dass der Markt schneller wächst als die Fläche, setzte sich auch 2015 fort. Aber die Bio-Landwirtschaftsfläche wuchs 2015 wesentlich stärker als in den Jahren zuvor – nämlich um fast 1 Mio. ha oder 8,2 %. In Europa wurden Ende 2015 rund 12,7 Mio. ha und in der Europäischen Union 11,2 Mio. ha biologisch bewirtschaftet. Das waren 2,5 % bzw. 6,2 % der Landwirtschaftsfläche insgesamt. Spitzenreiter waren Spanien (1,97 Mio. ha), Italien (1,49 Mio. ha) und Frankreich (1,37 Mio. ha). In diesen Ländern nahm die Bio-Fläche jeweils um 100.000 ha und mehr zu. In neun europäischen Ländern werden 10 % und mehr der Landwirtschaftsfläche biologisch bewirtschaftet. Die höchsten Anteile weltweit weisen Liechtenstein (30,2 %), Österreich (21,3 %) und Schweden (16,9 %) auf.

Bio-Verarbeiter und Bio-Importeure: Ebenfalls zweistellige Zuwachsraten

In Europa wirtschaften 2015 knapp 350.000 Landwirtschaftsbetriebe nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus, in der Europäischen Union waren es 270.000. Es gab 60.000 Bio-Verarbeiter und fast 3.700 Bio-Importeure. Während das Wachstum bei den Landwirtschaftsbetrieben mit 3 % eher bescheiden ausfiel (Europäische Union: 5 %), legten die Verarbeiter um 12 % und die Importeure sogar um 19 % zu.

Matthias Stolze vom FiBL schlussfolgert: „Dass die Zunahme bei den Importeuren und Verarbeitern viel stärker ist als bei den landwirtschaftlichen Betrieben, ist ein weiteres Zeichen dafür, dass die Dynamik bei der Produktion mit der des Marktes nicht Schritt hält. Wichtig ist es deshalb, dass der Bio-Sektor und die Agrarpolitik daran arbeiten, dass das Markt- und das politische Umfeld optimiert werden. Ebenfalls müsste die Datenerhebung zum Bio-Landbau verbessert werden, um die Markttransparenz zu erhöhen.“

Details erfahren Besucher der BIOFACH am 15.02.2017 während des BIOFACH Kongresses beim Vortrag „The European market for organic food“ um 17:00 Uhr im Nürnberger Messezentrum NCC Ost. Vortragende sind: Dr. Helga Willer, Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), Schweiz, Diana Schaack, AMI, Deutschland, Dr. Susanne Padel, The Organic Research Centre, Vereinigtes Königreich und Eva Lacarce, Agence BIO, Frankreich.

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