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15.10.2015

Baywa macht Beamten Beine und die Polen überholen

(we) - Der deutsche Agrarkonzern Baywa AG fordert die deutsche Agrarpolitik auf, endlich mehr Initiative zu zeigen, um in Asien Handelsabkommen für deutsche Obstexporte abzuschließen: „Wenn wir für Deutschland nicht schnellstens solche Abkommen erhalten, dann wird die Apfelproduktion in unserem Land spätestens in zwei Jahren schwerwiegende Probleme bekommen. Deshalb muss die Wirtschafts- und Agrarpolitik jetzt mit ganzer Kraft an solchen Verträgen arbeiten“, fordert Klaus Josef Lutz, Vorstandsvorsitzender der BayWa AG angesichts des gerade abgeschlossenen Exportvertrags für Kernobst zwischen Polen und Vietnam (swisscofel berichtete).

Bereits im September am Deutschen Fruchthandelskongress forderte Christiane Bell – Verantwortliche bei Baywa für die Vermarktung von ca. 200‘000t Obst - die Vertreter des zuständigen Ministeriums auf, sich schneller und effizienter für den Abschluss solcher Abkommen zu engagieren. Dass Handelsverträge innerhalb eines Jahres verhandelt und unterschrieben werden können und nicht Jahre dafür benötigt werden, habe die polnische Politik jetzt vorgemacht. Daran könne sich die deutsche Agrarpolitik ein Beispiel nehmen, meinte nun auch Lutz.

Polen hat bereits ähnliche Abkommen mit Kanada, Ägypten, Marokko, Algerien und Zypern abgeschlossen. Der Export polnischer Äpfel nach Russland war im Zuge der Ukraine-Krise und des folgenden russischen Embargos verboten worden. Durch die Rekordernte in Europa, gerieten 2014/15 die Preise für Obst europaweit massiv unter Druck und bedrohten teilweise die Existenzen der Apfelproduzenten.

„Zwar haben die Vermarkter zusammen mit den Produzenten die Krise einigermaßen gemeistert, aber allen ist klar geworden, wie sehr wir neue Vermarktungsmöglichkeiten vor allem in den wachsenden asiatischen Märkten benötigen“. erläutert Lutz. Die deutschen Apfelproduzenten bzw. die Vermarkter haben bisher keine Exportmöglichkeiten nach Asien, weil die bilateralen Handelsabkommen zwischen Deutschland und den asiatischen Ländern dafür fehlen. „Andere Länder sind da schon viel weiter wie zum Beispiel die Niederlande. Das ist für eine Exportnation wie Deutschland beschämend“, so Lutz.

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