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20.02.2019

Coop forciert Naturaplan und Prix Garantie

(foodaktuell.ch) - Die Detailhändlerin Coop will bis 2025 mit dem Bio-Label «Naturaplan» einen Umsatz von zwei Milliarden Franken erwirtschaften. Gleichzeitig baut Coop die Günstig-Linie «Prix Garantie» massiv aus. Auch das Programm für nachhaltige Milch wird ausgeweitet.

Bio boomt, auch bei Coop. Während der Umsatz in den Coop-Supermärkten letztes Jahr gerade mal um 0,8 Prozent wuchs (siehe Kasten), stieg der Umsatz bei der Biomarke Naturaplan um 17,2 Prozent auf rund 1,28 Milliarden Franken. Der Gesamtumsatz mit nachhaltigen Produkten stieg um 9,7 Prozent auf 4,7 Milliarden Franken. «Naturaplan ist die erfolgreichste Bio-Marke in Europa seit 25 Jahren», sagte der stellvertretende Coop-Chef Philipp Wyss am Dienstag an der Bilanzmedienkonferenz von Coop in Muttenz. Und Coop hat ehrgeizige Ziele mit Naturaplan. «Bis 2025 wollen wir mit Naturaplan einen Umsatz von 2 Milliarden Franken erreichen», so Wyss.

Discounter Paroli bieten
Gleichzeitig gibt Coop auch im Tiefpreissegment Gas und versucht so, den Discountern Paroli zu bieten. So will Coop die Günstiglinie «Prix Garantie» dieses Jahr um 100 Produkte auf 600 Produkte ausbauen, kündigte Coop-Chef Joos Sutter an. Das reiche vom Backpulver bis hin zum Rindshackfleisch. Die Discounter seien mit einem Umsatz von 6,5 Milliarden Franken Umsatz im Schweizer Markt schon recht stark. «Damit ist der Preis ein wichtiges Thema», begründete Sutter diesen Ausbau.

40 Millionen Franken habe Coop 2018 in Preisreduktionen gesteckt, sagte Wyss, vor allem Aktionen seien ein wichtiges Instrument. Die Preisabschläge betreffen laut Wyss auch Produkte von Mars. Coop hatte sich mit Mars einen wochenlangen Kampf um tiefere Einkaufspreise geliefert und dabei auch Mars-Produkte boykottiert, was bei gewissen Produkten zu Lücken in den Supermarktregalen geführt hatte. Coop führe sehr viele Verhandlungen und habe sich immer einigen können, sagte Sutter dazu. Zu Details des Mars-Deals wollte sich Coop jedoch nicht äussern. Sutter sagte aber vor den Medien, es gebe weiterhin «grossen Bedarf» zu solchen Verhandlungen mit den Markenartikel-Herstellern.

Veganer Hype, aber beim Insektenfood ist der Wurm drin
Mehr Gewicht will Coop künftig seinen Eigenmarken geben. Der Umsatzanteil soll von heute 55 auf längerfristig 60 Prozent gesteigert werden, sagte Wyss. Ein Grund dafür sei, dass die Marken an Innovationskraft verloren hätten. Die Eigenmarken sieht Wyss punkto Innovation hingegen auf Kurs. Als «Erfolgsgeschichte» erwähnte er Karma mit aktuell 270 vegetarischen und veganen Gerichten. Da gebe es dieses Jahr neu vegane Joghurts oder Produkte mit der trendigen Jackfruit. «Vegan bleibt ein Hype», bilanzierte Philipp Wyss. «Wir können einführen, was wir wollen, wir werden überrannt.» Als Beispiel nannte er vegane Fischstäbchen, die aus Algen hergestellt werden. «Dadurch schmecken sie nach Fisch.» Im Vegan-Bereich werde man weiterhin jeden Trend mitmachen, so Sutter. Insektenfood hingegen bleibe eine Nische. Die Produkte seien zum einen sehr teuer. Und: «Insektenfood einmal ausprobieren ist lässig, ein zweites Mal kaufen dann schon weniger», brachte es Sutter auf den Punkt.

Nachhaltige Milch: «Bauern profitieren»
Noch stärker punkten will Coop künftig mit nachhaltiger Milch. Seit Ende 2018 muss alle konventionell produzierte Pastmilch der Eigenmarke Qualité&Prix Mindestanforderungen punkto Nachhaltigkeit erfüllen. Grundlage ist das RAUS-Programm (Regelmässiger Auslauf im Freien) des Bundes, zusätzlich müssen die Landwirte eines der beiden Programme BTS (besonders tiefreundliche Stallhaltung) oder GMF (Graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion) erfüllen. Milchbauern, die am Coop-Milch-Programm teilnehmen, erhalten von Coop mindestens 4 Rappen mehr pro Kilogramm Milch. Wenn sie neben RAUS sowohl BTS als auch GMF erfüllen, bekommen sie sogar mindestens 6 Rappen mehr pro Kilogramm Milch. Coop-CEO Joos Sutter kündigte an, dass Coop diesen Milchstandard in diesem Jahr auch für UHT-Milch, Rahm, Butter und andere Milchprodukte einführen werde. «Dadurch profitieren die Schweizer Bauern substanziell von einem höheren Einkommen», betonte er.

Sutter gab weiter bekannt, ab diesem Herbst Bio-Früchte und -Gemüse nicht mehr in Plastik zu verpacken, wo dies «erlaubt und sinnvoll» sei. So wolle man Verpackungsmüll weiter reduzieren.