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23.12.2020

Andreas Allenspach, Category Manager Coop (Schweiz) blickt auf das Corona-Jahr zurück

COOP: Früchte und Gemüse waren 2020 die großen Gewinner"
(COOP/freshplaza/swisscofel/23-12-2020) - Die Supermärkte konnten in der Schweiz deutlich zulegen. COOP-Category Manager Andreas Allenspach blickt auf ein ungewöhnliches Jahr zurück. Beim Obst und Gemüse wurde ein Zuwachs wie noch nie zuvor erreicht. Die COOP konnte aber nicht nur mehr Umsatz machen, sondern auch ihren Marktanteil erhöhen. «Wir alle hoffen, dass die Corona-Krise bald vorbei ist, aber für das Frische-Segment hatte die Krise schon auch positiv Auswirkungen"

"Das Gemüse erwies sich als der wahre Gewinner. Wir sind in diesem Segment um fast einen Viertel gewachsen. Die Leute blieben und kochten zu Hause, das haben wir deutlich gemerkt. Während des ersten Lockdowns sahen wir, dass Lagerprodukte wie Zwiebeln, Karotten, Äpfel und Birnen besonders gut liefen, offenbar aus einer Art Panikreaktion heraus, dass die Läden möglicherweise schließen würden. Später zeigte sich vor allem beim Gemüse eine sehr hohe Nachfrage. Auberginen, Sellerie, Rosenkohl und Blumenkohl wurde um bis zu 40% mehr nachgefragt. Auch Ingwer war sehr gefragt im Gegensatz zu den anderen Exotischen Produkten. Für Ananas, Maracuja und Kaki war 2020 kein Spitzenjahr."

Für Schweizer Landwirte kein schlechtes Jahr

Laut Allenspach war es logistisch eine ziemliche Herausforderung, das alles hinzubekommen. "Zu Beginn des Lockdowns hatten unsere DCs nicht die Kapazität, alles zu liefern, so dass bestimmte Produkte von unseren Lieferanten direkt in die Filialen gingen. Trotzdem hatten wir fast nie zu wenig Produkte im Regal. Deshalb bin ich sehr stolz auf die Leistung unserer Produzenten und Lieferanten. Sie haben hervorragende Arbeit geleistet, während die ganze Kette unter großer Spannung stand. Eine tolle Leistung! Zum Glück hat sich das auch für die gesamte Wertschöpfungskette ausgezahlt. Kein Schweizer Erzeuger hat ein schlechtes Jahr gehabt. Erzeuger, die sonst das Hotel- und Gaststättengewerbe beliefern, konnten ihre Produkte nun über den Einzelhandel vermarkten. Im Sommer haben wir zudem häufig Wochen, mit einem zu großen Tomatenangebot und entsprechend niedrigen Preisen auf dem Markt. Das war in diesem Jahr höchstens während einer Woche lang, der Fall."

Auf die Frage, ob dieses Corona-Jahr bleibende Auswirkungen haben wird, antwortet der Category Manager: "In der Schweiz gab es schon immer viele Leute, die, meist am Wochenende, in deutschen und französischen Supermärkten einkaufen gehen. Da sie nun nicht im Ausland einkaufen durften, hoffe ich, dass sie realisierst haben, dass sie auch in der Schweiz ein Top-Sortiment zu relativ günstigen Preisen finden.
Ich hoffe auch, dass die Leute erkannt haben, wie wichtig es ist, dass wir gute Landwirte in der Schweiz haben, um nicht zu sehr von ausländischen Mengen abhängig zu sein. Gleichzeitig bleiben aber Länder wie Spanien und die Niederlande sehr wichtig für unsere O&G-Versorgung. In diesem Jahr haben wir zum Beispiel ein schönes Projekt mit den Red Desire-Tomaten von RedStar, die wir zwölf Monate lang im Premiumsegment verkaufen; im Sommer von einem Schweizer Produzenten und danach von Erzeugern aus den Niederlanden."

Unverpacktes Obst und Gemüse war eine wichtige Speerspitze für den Schweizer Einzelhändler und das ist laut Andreas auch so geblieben. "In der ersten Phase der Corona-Krise gab es viele Gerüchte, dass die Leute aus hygienischen Gesichtspunkten mehr verpackt kaufen, doch das war nur bedingt der Fall. Diese Umsätze waren bei uns wirklich nicht wesentlich höher. Es gab höchstens weniger Druck seitens der NGOs, die verlangen, dass wir O&G-Produkte vermehrt unverpackt verkaufen sollen. Doch das sehe ich als etwas Vorübergehendes. Wir arbeiten weiterhin hart daran, gute, nachhaltige Verpackungslösungen für die Zukunft zu schaffen. Auch die Lebensmittelverschwendung bleibt ein wichtiges Thema. Im November haben wir einen Test mit oberflächlich geschützten Apeel-Avocados gestartet und die Ergebnisse stimmen mich sehr positiv. Dies kann bei dafür geeigneten Produkten den Foodwaste um bis zu 50 % reduzieren. Wir prüfen auch wie wir Produkte, die wir normalerweise nicht verkaufen, wie z.B. Produkte mit Hagelschäden, noch vermehrt ins Sortiment aufnehmen können, um sie als separates Segment unter unserer Marke 'ünique' zu verkaufen."